Anna Hell überzeugt auf Europas großer Badminton-Bühne
August 2026
Zehn intensive Tage, zwei Europameisterschaften und viele wertvolle Erfahrungen: Unsere Anna Hell hat bei den European Junior Championships im ungarischen Tatabánya die Farben Italiens und damit auch unseres Vereins Badminton Überetsch auf Europas größter U19-Bühne vertreten. Besonders im Damendoppel überzeugte die 18-Jährige mit dem Einzug ins Achtelfinale.
Wenn eine Spielerin aus den eigenen Reihen bei einer Europameisterschaft auf dem Feld steht, verfolgt man die Spiele natürlich mit besonderer Spannung. Bei Anna kommt für uns noch etwas dazu: Wir durften ihren sportlichen Weg über viele Jahre miterleben. Zu sehen, mit welcher Konsequenz sie diesen Weg verfolgt und wie sie sich Schritt für Schritt auf internationalem Niveau etabliert, macht uns als Verein sehr stolz.
Vom 18. bis 27. August trafen sich im ungarischen Tatabánya Europas beste U19-Spielerinnen und -spieler. Für Anna begann die Europameisterschaft mit dem italienischen Nationalteam, anschließend trat sie in allen drei Individualdisziplinen – Einzel, Doppel und Mixed – an.
Dass Anna mittlerweile auch international einen entsprechenden Stellenwert besitzt, zeigte bereits die Setzliste: Im Dameneinzel ging sie als Nummer neun der Europameisterschaft ins Turnier.
Mit Italien gegen Europas beste Nationen
Den Auftakt bildete der Teambewerb mit insgesamt 30 Nationen. Gespielt wurde in einem spannenden Relay-System, bei dem die Punkte über die einzelnen Disziplinen hinweg weitergezählt werden. Zielmarken sind 11, 22, 33, 44 und schließlich 55 Punkte. Dadurch kann ein Rückstand aus einer Disziplin von den nächsten Spielerinnen und Spielern wieder aufgeholt werden.
Italien bekam es gleich zu Beginn mit starker Konkurrenz zu tun. Gegen die Ukraine musste sich das Team mit 0:2 geschlagen geben. Danach wartete mit der Türkei eine der Topnationen dieser Europameisterschaft. Die an Position drei/vier gesetzten Türken bestätigten ihre Stärke im weiteren Turnierverlauf mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Auch diese Begegnung endete 0:2.
Das Duell mit Kroatien sollte anschließend zeigen, was in der italienischen Mannschaft steckt – und welche Rolle Anna übernehmen kann, wenn es eng wird. Die Begegnung entwickelte sich zu einem echten Krimi. In der entscheidenden Phase war Anna gleich zweimal gefordert. Gemeinsam mit Davide Izzo holte sie in der vierten Etappe wichtige zwölf Punkte. Anschließend ging sie mit Margherita Tognetti in die fünfte und letzte Etappe. Das Duo steuerte 16 Punkte bei und hatte damit großen Anteil daran, dass Italien den Durchgang noch mit 55:53 für sich entscheiden konnte.
Auch der zweite Durchgang blieb spannend. Wieder musste Italien bis zum Schluss kämpfen, ehe mit 55:50 der zweite Satz und damit der 2:0-Erfolg feststand.
Gerade solche Momente freuen uns besonders. Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern die Art, wie Anna in entscheidenden Situationen Verantwortung übernimmt, ruhig bleibt und für ihr Team kämpft!
„Die EM war für mich eine mega Erfahrung. Besonders gut hat mir das Teamevent gefallen, weil wirklich alle zusammengehalten haben. Gegen Kroatien wollten wir unbedingt gewinnen, obwohl wir wussten, dass sie sehr stark sind. Dass wir es dann in so einem engen Match geschafft haben, war richtig cool. Die Freude im ganzen Team war riesig.“ erzählt Anna.
Drei Individualbewerbe – und gleich mehrere Dreisatzkrimis
Nach dem Mannschaftsbewerb blieb kaum Zeit zum Durchatmen. Die Individual-Europameisterschaft begann und Anna stand im Dameneinzel, Mixed und Damendoppel auf dem Feld.
Im Einzel musste sie gleich zum Auftakt über drei Sätze. Nach einem 21:16 und einem 16:21 fand sie im Entscheidungssatz wieder zu ihrem Spiel und zog mit einem deutlichen 21:11 in die Runde der letzten 32 ein. Dort endete ihr Einzelbewerb gegen D. Cherian nach einem 16:21 und 13:21.
Auch im Mixed mit Davide Izzo wurde es zum Auftakt eng. Mit 21:19, 15:21 und 21:14 erkämpften sich die beiden den Einzug in die nächste Runde. In der Runde der letzten 32 mussten sie sich anschließend einer deutschen Paarung mit 13:21 und 14:21 geschlagen geben.
Unter den besten 16 Europas im Damendoppel
Das beste Individualergebnis gelang Anna gemeinsam mit Margherita Tognetti im Damendoppel. Und dafür mussten die beiden gleich in der ersten Runde richtig arbeiten. Eine Stunde dauerte ihr Auftaktmatch. Den ersten Satz verloren sie denkbar knapp mit 21:23. Statt dem verlorenen Satz nachzutrauern, drehten sie die Partie: 21:17 im zweiten Satz, 21:14 im Entscheidungssatz – nach rund 60 Minuten war der Auftaktsieg geschafft.
In der nächsten Runde ließen Hell und Tognetti deutlich weniger Spannung aufkommen. Mit 21:13 und 21:11 zogen sie souverän ins Achtelfinale ein. Damit standen die beiden unter den besten 16 Paarungen Europas.
Im Achtelfinale gegen die Ukraine war erneut Kampfgeist gefragt. Nach einem 13:21 holten sich Anna und Margherita den zweiten Satz mit 21:19. Wieder musste ein dritter Satz entscheiden. Dort blieb das Match lange offen, ehe die Ukrainerinnen mit 21:17 den Einzug ins Viertelfinale perfekt machten.
Für Anna endete damit eine lange und intensive Europameisterschaft mit dem Achtelfinale im Damendoppel sowie der Runde der letzten 32 im Einzel und Mixed.
Gerade aus dem Doppel nimmt Anna deshalb viel Positives mit: „Mit dem Damendoppel bin ich super zufrieden. Wir haben gesehen, dass wir mit den besten 15 Paarungen Europas mithalten können. Das gibt uns natürlich viel Motivation für die nächsten Turniere.“
Als Badminton Überetsch sind wir natürlich stolz auf diese Ergebnisse. Noch mehr schätzen wir aber den klaren Weg, den Anna seit Jahren geht. Talent ist im Sport wichtig – entscheidend sind auf Dauer jedoch Trainingsbereitschaft, Geduld, Konsequenz und die Bereitschaft, immer wieder an Details zu arbeiten. Anna bringt genau diese Eigenschaften mit.
Ein solcher Weg entsteht gleichzeitig nicht alleine. Ein besonderer Dank und ein großes Kompliment gelten ihrer Trainerin Erika Stich, die Anna seit Jahren begleitet und einen wichtigen Anteil an ihrer Entwicklung hat. Ebenso möchten wir das gesamte Trainerteam von SBS hervorheben, das Anna im täglichen Training und auf ihrem Weg im Leistungssport intensiv unterstützt und ihr zur Seite steht!
Tatabánya war dabei nicht das Ende eines Weges, sondern eine weitere wichtige Station. Anna hat bei dieser Europameisterschaft gezeigt, dass sie sich mit Europas starken Nachwuchsspielerinnen messen kann. Wir sind gespannt, wohin ihr Weg noch führt: Alles Gute Anna!
Bilder: badmintonitalia.it
